Jahresversammlung Holzenergie TG 26. November 2019

26.11.2019 07:58:34

Wer auf Öl und Gas setzt, ist auf dem Holzweg

 

Die kantonale Arbeitsgruppe Holzenergie Thurgau führte in der Kartause Ittingen die Jahresversammlung durch. Zuvor gab es eine Vorführung im Wald.      Der Revierförster Paul Koch erklärte im Uesslinger Auenschutzwald Biberäuli den Mitgliedern der Lignum Ost Arbeitsgruppe „Holzenergie Thurgau“ die vollmechanisierte Holzernte und die Zielsetzung im Eichenmischwald. In einem Arbeitsgang wird mit dem Harvester der Baum gefällt, entastet, abgelängt, zersägt und aufgestapelt, ehe das Holz mit dem Forwarder aus dem Wald geschafft wird. Die Kurzholzmethode kommt ursprünglich aus Finnland und ist mittlerweile auch in der Schweiz im befahrbaren Gelände Standard. Andreas Marti vom Müllheimer Forstunternehmen Engeli & Marti betonte, dass sein Komatsu Harvester 18 Tonnen schwer ist und eine halbe Million Franken kostet. Koch erklärte, dass das Holz im Wald nicht entrindet wird, weil die Rinde das Holz bis zum Sägen konserviert und dass das Käferholz neben Bauholz auch für die Spanplattenherstellung verwendet wird. Allerdings gibt es in der Schweiz zu wenig Verarbeiter und der Export für die Spanplattenproduktion lohnt sich nicht. Fichtenholz hat etwa 60 % des Energiewertes vom Buchenholz und wird dann verheizt. Die Firma Aschmann aus Illhart zeigte, wie im Wald Hackschnitzel produziert werden.        

 

Bei der Holzenergie Thurgau geht überall etwas         

Im Anschluss an die Vorführungen hielt die Arbeitsgruppe in der Kartause Ittingen die Jahresversammlung ab. Seit dem 1. Januar 2019 hat Lignum Ost wieder das kantonale Mandat Holzenergie Thurgau übernommen, engagiert sich für Holz als erneuerbare, klimaschonende und regionale Energiequelle und informiert Fachleute und die breite Bevölkerung über die Vorteile der nachhaltigen Holzheizungen. Die Beratungen erstrecken sich vom kleinen Zimmerofen bis zum grossen Holzschnitzelwärmeverbund. Weiter wird Unterstützung bei der Holzasche-Entsorgung gegeben und die Adressen aus dem weitläufigen Netzwerk mit Planern, Lieferanten, Handwerker und Energieholzanbieter weitergegeben. In diesem Jahr führte das zehnköpfige Gremium mit Experten aus den Bereichen Architektur, Heizungsplanung, Ascheentsorgung, Pelletproduktion, Industrie, Waldbewirtschaftung und der kantonalen Abteilung Energie zwei Workshops zur eigenen Standortbestimmung durch. Dabei wurden der Ablauf von Erst- und Fachberatungen und die Beratungs-Checkliste ausgearbeitet. Grundsätzlich werden alle Erstberatungen über die Geschäftsstelle abgewickelt. Eine Fachberatung vor Ort kann neuerdings auch durch einen Experten aus der Arbeitsgruppe, allenfalls mit Unterstützung von „Holzenergie Schweiz“ erfolgen. Die Fachberatungen durch Experten werden mit 350 Franken in Rechnung gestellt, wobei sich der Betrag aus 250 Franken Kantonsbeitrag und 100 Franken Kundenbeteiligung zusammensetzt. Nächstes Jahr sollen Projektinitiatoren für Holzwärmeverbünde und Holzfeuerungen und Hauswarte mit dem Kurs „Planung und Wartung von Holzheizungen“ animiert werden. Für die strategisch wichtigsten Gruppen wird die Infobroschüre „Gute Gründe für Holzenergie“ erstellt und mit einem Videoclip in der breiten Bevölkerung dem verstaubten Image vom Heizen mit Holz entgegengewirkt werden. Für die Verbreitung der Imagewerbung bekommt die Facebookseite von Lignum Ost den Link „Holzenergie Thurgau“.

 

Ausgeglichene Rechnung und reduziertes Budget                                             

Simon Biegger konnte die provisorische Jahresrechnung 2019 ausgeglichen vorstellen. Das Budget 2020 wurde einstimmig genehmigt. Lignum-Ost Präsident Paul Koch machte eine Abfrage bei der Arbeitsgruppe. Der Holzpelletproduzent Patrik Bartholdi erklärte, dass im Jahr 2018 die Kapazität der Schweizer Pelletswerke bei rund 280´000 Tonnen lag und 183´000 Tonnen produziert wurden. Der Konsum lag bei 218´000 Tonnen, wobei der Importanteil 60´000 Tonnen betrug. Der Selbstversorgungsgrad war bei 71 %. „Es läuft überall etwas“, sagte Koch, als verschiedene Projekte vorgestellt wurden und er bemerkte, dass es eine Riesen Herausforderung ist, die grosse Menge Käferholz zum vernünftigen Preis aus dem Wald zu schaffen. Der Kesselproduzent Philipp Lüscher nannte Pflanzenkohle als mögliche Alternative und der Planer Luigi Renda erläuterte verschiedene Förderprogramme in Verbindung mit dem QM „Holzheizwerke“. Rainer Jahnke vom Thurgauer Amt für Energie bemerkte, dass der Bund nächstes Jahr Wärmeverbünde und deren Verdichtung stärker unterstützen will.

 

 


 

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