Mitgliederversammlung 2022 - Lignum Ost

17.05.2022 10:22:01

Zum Abschied gab´s ein Schwarznussbäumchen

Die Lignum Ost Mitgliederversammlung bei der Woodpecker Group AG in Frauenfeld war vermutlich der letzte Auftritt der Regierungsrätin Carmen Haag bei den «Hölzernen».


„Wenn ich auf die letzten acht Jahre zurückblicke, dann habe ich Lignum als treue, zuverlässige und unterstützende Organisation in Erinnerung“, sagte Carmen Haag, die zum Ende des Amtsjahres zurücktritt. Die Verbundenheit zu Wald und Holz und das Ziel, grosse kantonale Bauten in Holzbauweise auszuführen, hat sie mit Lignum Ost, zusammengeführt. Die Chefin vom Departement für Bau und Umwelt betonte, dass der Holzboom in der Baubranche ungebrochen ist, bemerkte aber auch, dass man sich Gedanken darüber machen sollte, wie sich der Wald verändern wird und wie sich das auf die Produkte auswirkt. „Wenn die verarbeitende Branche ein Sortiment nachfragt, das in unserem Wald keine Zukunft mehr hat, wird es schwierig“, sagte die Regierungsrätin. Sie bedankte sich bei der Dachorganisation der Thurgauer Holzwirtschaft insbesondere für die Unterstützung vor der Abstimmung für den Ergänzungsbau des Regierungsgebäudes. Der Lignum Ost Präsident Paul Koch entgegnete ihr, dass es mutig war, käfergeschädigtes Fichtenholz aus dem kantonseigenen Wald in regionalen Betrieben sägen und lagern zu lassen, bevor die aktuellen Grossprojekte bewilligt waren. Als weiteren Meilenstein von Carmen Haag nannte Koch neben dem Frauenfelder 40 Millionenprojekt auch den Neubau der Schulsporthalle am Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld, die für 13,5 Millionen Franken ebenfalls in Holzbauweise ausgeführt wird. Koch lobte die Regierungsrätin auch für ihre Vorbildfunktion, indem sie ihr neues Haus aus naturbelassenem Holz gebaut hat. Haag bemerkte, dass sich die Umstände mittlerweile verändert haben und das Käferholz aus dem eigenen Wald für künftige Kantonsbauten nicht mehr ausreichen wird. „Die Preise sind gestiegen und die aktuelle politische Lage zeigt, dass es sich langfristig lohnt, auf die regionale zuverlässige Wertschöpfung zu setzen“, betonte Haag. Paul Koch, der in Neunforn selbst ein Forstrevier leitet, dankte auch für den Einsatz beim Widerbewaldungsprojekt, bei dem Waldbesitzer in wind-, käfer- und forstgeschädigten Wälder bei der Aufforstung mit standort- und klimaangepassten Bäumen finanzielle Unterstützung erhalten. Koch übereichte als Abschiedsgeschenk ein klimaresistentes Schwarznussbäumchen, das bis zu 40 Meter hoch werden kann. „Nach dem Baumhoroskop bist Du ein Nussbaum“, sagte Koch und fügte noch einen Gutschein für einen kleineren Baum für den Hausgarten bei.


Neue Mitglieder kommen sogar aus den Nachbarkantone

Im Anschluss an die Würdigung der scheidenden Regierungsrätin erinnerte Koch in seinem Jahresbericht an zahlreiche Veranstaltungen, die Lignum Ost im letzten Jahr trotz der Corona Pandemie durchführen konnte. Simon Biegger gab die Termine für die bevorstehenden Anlässe bekannt und erwähnte, dass der Mitgliederbestand durch zehn neue Anmeldungen auf 73 angestiegen ist. Besonders erfreut war der Lignum Ost Geschäftsführer über die neuen ausserkantonalen Trägermitglieder Tanner Holzbau + Sägerei Merishausen (SH); Hedinger AG Sägewerk + Holzhandlung, Wilchingen (SH); Holzimprägnierwerk Waldkirch (SG) und Schindler & Scheibling AG, Uster (ZH). Der Kassier Mathias Rickenbach präsentierte die Jahresrechnung, die coronabedingt mit einem leichten Defizit abgeschlossen und wie das Budget 2022 ohne Gegenstimmen abgenommen wurde. Ebenso einstimmig ging auch die Wahl von Adrian Schläpfer über die Bühne. Der Bereichsleiter Holzbau/Konstruktion bei der Woodpecker Group wurde in die Vorstandschaft von Lignum Ost gewählt.

 

Vision vom Holz Kompetenzzentrum wurde bachab geschickt
Zum Schluss der Versammlung verkündete Simon Biegger noch einen Wermutstropfen: Die Vision von einem Eidgenössischen Kompetenzzentrums für Holztechnologie, Gebäude-IoT & Nachhaltigkeit, die Biegger als Jahrhundertchance bezeichnete, wurde von der «Kommission zur Vorberatung des Berichtes über strategische Investitionen der Partizipationserlöse» von der Liste der förderungsfähigen Projekte genommen. Eine Projektgruppe, die vom Thurgauer Regierungsrat eingesetzt wurde, hatte das Kompetenzzentrum für eine Förderung in Höhe von 30 Millionen Franken vorgeschlagen. Biegger kann die Meinung des Entscheidungsgremiums nicht teilen, dass bei dem Projekt noch zu vieles offen sei. „Es haben viele klärende Vorgespräche stattgefunden“, sagte Biegger und forderte für die nächsten Schritte ein Commitment von Seiten Politik, Kanton und Bund. „Lignum Ost hat als Verein in den entscheidenden Verhandlungen nicht genügend Gewicht“, sagte Biegger. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung gab es ein Referat von Guido Schuster von der Ostschweizer Fachhochschule zum Thema «Künstliche Intelligenz», sowie eine Betriebsführung durch die Woodpecker Group AG, die auf Holz- und Bauwerkstoffe für Holz-, Innen- und Trockenbau spezialisiert ist.

 

Thomas Güntert

 

 


 

 

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