TURBENTHAL ZH: Mobile Seilkran-Anlage im Einsatz

05.04.2019 17:33:47

Holzen in unwegsamen Gelände

Am Frühlings-Event der Lignum Ost wurde demonstriert, wie Stämme dank einer Mobilseilkran-Anlage aus einem Tobel hinauftransportiert werden können. Zu sehen gab es auch die brandneue Stihl Motorsäge 500.

 

STEPHAN MARK STIRNIMANN

 

Die Lignum Ost mit Sitz in Frauenfeld führte ihren diesjährigen Frühlings-Event in einem steilen Tobel zwischen Turbenthal und Schmidrüti durch. «Weil wir eng mit der Vereinigung Pro Zürcher Berggebiet arbeiten, wollten wir einmal das Zürcher Oberland mit einem Besuch beehren», sagte Simon Biegger, Geschäftsführer bei Lignum Ost. Rund 45 Förster und zahlreiche andere Personen mit Waldberufen waren Ende März vertreten, als es mit einem Fahrzeugkonvoi vom Tösstal aus in die Höhen des Zürcher Oberlands ging. Für Pia Meier vom Forst Ermatingen am Bodensee ging es vor allem ums Netzwerk. «Es ist schön, so viele Kollegen ‹aus dem Holz› hier anzutreffen», sagte die Forstwartin. Ausserdem wollte sie sich die Mobilseilkran-Demonstration ansehen. Schliesslich hätten sie auch zwei bis drei Tobel in ihrem Waldgebiet, sagte sie.

 


 

Drei Tonnen Tragkraft

Nachdem Eintreffen der Teilnehmer auf einer Art Plateau, das auf beiden Seiten von einem steilen Tobel flankiert war, setzte sich auch schon bald der grosse Mobilseilkran in Bewegung. Während rund 350 Meter weiter unten im Tobel Cyril Schuchmann das Drahtseil um den ersten Stamm schlang, beäugte Lukas Kägi von oben mit seinem erfahrenen Blick bereits die Qualität des Holzes. Denn kaum ist der Stamm oben angekommen, löste der Einsatzleiter per Funksteuerung die Schlinge und der Stamm fällt vor den Bagger. Nun galt es, diesen dem Nutzen nach auf die richtige Beige hinzulegen. Wird er zu Brennholz? Oder ist es einer, den die Sägerei haben will? Oder kommt er gleich auf den riesigen Haufen Holz, aus dem die gefragten Holzschnitzel produziert werden? Lukas Kägi schien bei jedem Stamm auf alle Fälle gleich zu wissen, wohin er gehört. Tief beeindruckt zeigte sich Simon Biegger vor allem von der Geschwindigkeit von acht Meter pro Sekunde, mit der die Stämme hinauftransportiert werden. Dabei zeigte sich auch die Arbeitsphilosophie der Bachmann Forst GmbH, die zwei Kräne der Marke Syncrofalke mit drei Tonnen Tragkraft besitzt. «Wir machen es mit der Menge und fahren lieber einmal mehr, als dass wir die Zugvorrichtung zu sehr beanspruchen», erklärte Lukas Kägi. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit sieben Männer und eine Frau und erntet Holz dort, wo eine Erschliessung schwierig ist. Für Geschäftsführer Benjamin Bachmann sei es besonders wichtig, dass der Wald einen Mehrwert hat – und zwar für alle Beteiligten, ob Waldbesitzer oder Waldspaziergänger.

 

Eine Weltneuheit

Noch bevor die weltweit erste Motorsäge mit elektronisch gesteuerter Einspritzung auf dem Markt erhältlich ist, konnten sich die Teilnehmer des Frühlings-Events von den technischen Erneuerungen dieses Arbeitsgerätes überzeugen lassen. René Brühwiler von der Brühwiler Maschinen AG in Balterswil sicherte sich gerade noch rechtzeitig ein Exemplar, denn landauf, landab seien die Demo-Maschinen zu Testzwecken unterwegs. Dank eines Sensors, der den Luftdruck auswertet, sorgt die Maschine von selbst für das richtige Gemisch und den richtigen Zündzeitpunkt. «Es entfällt also das mühsame Einstellen, wenn man vom Tal in die Höhe wechselt, wenn es plötzlich nasskalt oder dann wieder heiss ist», erläuterte Brühwiler die Funktionsweise. Vom «Biss» und der ungemein hohen Beschleunigung von 0 bis 100 km/h in 0,25 Sekunden waren die Teilnehmer beeindruckt. Brühwiler, der die Feierabendwurst und das Bier dazu offeriert hatte, sprach zudem über das neue Protos BT-Com Kommunikationssystem. Mit seiner Reichweite von mehreren hundert Metern und einem angenehmen Tragegefühl herrsche damit wortwörtlich ein gutes Arbeitsklima, sagte er vor dem lodernden Lagerfeuer. Bis zu vier Teilnehmer und eine Verbindung zu einem Mobiltelefon seien damit möglich. Sabrina Honegger von der Vereinigung Pro Zürcher Berggebiet überreichte den Teilnehmern zum Abschluss eine schöne Feierabendbox mit Milch und Fleischprodukten aus dem Zürcher Oberland wie etwa dem Tösstaler Rauchschinken.

 

 

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