Vorzeigeobjekt steht für Schweizer Holz

03.07.2019 15:10:32

Drei Tage nach der offiziellen Einweihung der neu errichteten Mehrzweckhalle in Pfyn gab es mit dem Lignum-Ost Sommer Event bereits den nächsten Festakt.

Der Verein „Lignum-Ost“, Dachverband der Ostschweizer Wald- und Holzwirtschaft, vergab am Mittwoch für das Bauobjekt der Mehrzweckhalle Pfyn das Label „Schweizer Holz“. Für den Bau wurden exakt 254,9 m³ geschnittenes Schweizer Holz verarbeitet, wobei für Tragwerk und Fassade ausschliesslich Holz aus dem Pfyner Bürgerwald verwendet wurde. Der Lignum Geschäftsführer Simon Biegger konnte zum Festakt rund 45 Besucher begrüssen, die er als einen besonderen Mischwald bezeichnete. Neben Vertretern aus allen Holzbranchen waren auch Architekten, Ingenieure, potenzielle Bauherren, sowie Räte und Baumeister des Kantons zugegen. Biegger betonte, dass das Bewusstsein „von der Region - für die Region“ gestiegen ist und voll im Trend liegt.

 


 

Festreden aus der Holz-Wertschöpfungskette

Der Baukommissionspräsident Erich Schaffer bemerkte, dass es von Anfang an klar war, dass ein Holzbau mit Schweizer Holz entstehen soll. Frei nach dem Motto „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ wurde für das Achtmillionenprojekt neben dem Objektkredit auch ein Zusatzkredit in Höhe von 70´000 Franken für Schweizer Holz erfolgreich beantragt. Die Gemeindepräsidentin Jacqueline Müller erwähnte, dass die Gemeinde bei der Suche nach regionalen Handwerksbetrieben einen besonderen Trick angewandt hatte. Die Arbeiten wurden korrekt im Amtsblatt ausgeschrieben, die Details aber nicht wie üblich auf eine elektronische Plattform gesetzt. Die Unterlagen mussten persönlich auf dem Gemeindeamt abgeholt werden. „So hatten die Untenehmen eine erste Möglichkeit, sich mit den Begebenheuten vertraut zu machen“, so Jacqueline Müller. Nach und nach sei dann die Idee entstanden, Holz aus dem 180 Hektaren grossen Pfyner Bürgerwald zu verwenden, aus dem dann 500 m³ Fichten und 100 m³ Weisstannen geschlagen wurden. „Diese Holzmenge wächst im Pfyner Wald in einem halben Jahr wieder nach“, betonte die Gemeindepräsidentin. Die am Bau beteiligten Unternehmen mussten das Holz zum festgelegten Marktwert von der Bürgergemeinde beziehen. Donatus Lauener erklärte, dass man aufgrund von Wettbewerbsverzerrung nicht bei jedem Holzbau zur Bedingung machen kann, dass einheimisches Holz verwendet und der Preis vorgegeben wird. Der Architekt bemerkte aber auch, dass ein solches Vorhaben als Schulprojekt durchaus realisierbar und als Lehrauftrag rechtlich tragbar wäre.

 

Kurze Wege und wenig Schnittstellen

In der Sägerei Keller wurde das Holz in Unterstammheim gesägt, getrocknet und verleimt und die Fertigelemente bei der Holzbaufirma Eugster AG in Homburg zusammengebaut. Der Ingenieur Walter Bieler betonte, dass die Verwendung von regionalem Holz aus ökologischer und wertschöpfischer Sicht Sinn macht. Das Holz hat auf dem Weg vom Wald über die Sägerei und den Elementbaubetrieb zur Baustelle weniger als 40 Kilometer zurückgelegt.“Wir wollten auch etwas gegen die ausländische Holzwirtschaft tun, wo die Löhne billiger sind als in der Schweiz“, betonte Bieler. Das Kernstück der Halle ist der 18 Tonnen schwere Dachbinder, der mit einem 250 Tonnen Pneukran aufgerichtet wurde. Bieler erklärte, dass der 24 x 4 Meter grosse Binder mit einer Druckkraft von 124 Tonnen die halbe Dachlast trägt und der Werkstoff Holz leicht, stabil und zeitgemäss ist. Der Säger Martin Keller bedauerte allerdings, dass die Pfyner Halle nicht jetzt im Rohbau steht. „Da hätten wir bei gleicher Qualität ein Käferproblem lösen können“, so Keller, der die Pfyner Sporthalle als eine Chance für die gesamte Holzkette sieht und sicher ist, dass noch mehr solcher Projekte folgen werden. „Den Baukredit Zusatz hätte es gar nicht gebraucht“, schmunzelte Erich Schaffer, nachdem er vom Lignum-Ost Präsident Paul Koch das Label freudig entgegen nehmen durfte.

 

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