AFO - Besichtigung Areal 'Stadtsägi' St. Gallen

26.02.2026 13:12:18

Wo früher Holz gesägt wurde, wird im Holzbau gewohnt

 

Wo die Ortsbürgergemeinde St.Gallen früher Baumstämme zu Brettern sägte steht jetzt ein neues Quartier mit 188 Wohnungen unterschiedlicher Grösse – in neun aus Holz konstruierten Bauten. Der neue Quartierteil umfasst nebst Studiowohnungen, Familien- und Grosswohnungen für WGs auch Gewerbe, Dienstleistung und gemeinschaftlich genutzte Flächen.

Die Lignum, das Architektur Forum Ostschweiz und die Energieagentur St.Gallen luden Ende Februar zu einer Besichtigung der noch nicht ganz fertiggestellten, aber bereits teilweise bewohnten Überbauung «Stadtsägi» ein, östlich der St.Galler Altstadt gelegen. Das Grundstück ist im Eigentum der Ortsbürgergemeinde St.Gallen, die sich entschloss, den Standort ihrer früheren Sägerei im inzwischen zum Wohnquartier sich wandelnden Linsebühl aufzugeben und den Boden für eine Überbauung im Baurecht abzugeben. 2018 lancierte sie einen Wettbewerb, den das Team bestehend aus der Previs Vorsorge, Bern, (Bauherrschaft), Galli Rudolf Architekten, Zürich, Halter als Totalunternehmer, und Westpol Landschaftsarchitekten, Basel, sowie dem Holzbauunternehmen Häring, Eiken, gewann.

Damit war von Anfang an klar: Die insgesamt neun Baukörper werden in Holz konstruiert. Nur die drei grossen Kopfbauten haben einen Massivbaukern, die übrigen sind mit tragenden Holzrahmenbauwänden ausgesteift. Die Ingenieure von B3 aus Romanshorn waren für die Holzbauplanung sowie die Werkplanung verantwortlich und zeigten an der Präsentation, was es heisst, mehr als 3000 Elemente mit über 230 Transporten nach St.Gallen zu liefern und zu verbauen: Nötig waren 6'500 Kubikmeter Rundholz. Dafür hätten in der früher hier stehenden Stadtsägerei rund eineinhalb Jahre lang die Maschinen laufen müssen. Vergleicht man diese 6'500 Kubikmeter Nadelholz aber mit der nachwachsenden Nadelholzmenge der Wälder im Kanton St.Gallen – rund 145'000 Kubikmeter pro Jahr – so ist das in den Neubauten verbaute Holz in gut zwei Wochen nachgewachsen. Für die Beteiligten ist deshalb klar: Man könnte noch manch eine solche Siedlung in Holz planen und bauen.

Die Häuser zeigen sich nach aussen in einer unterschiedlich breiten, horizontalen Fichtenschalung. Die Architektur erinnert damit an die unterschiedlichen Bretterbeigen, die einst auf dem Areal standen. Zur Verbesserung des Brandschutzes wurden die Schalungsbretter bei den Flucht-Ausgängen der grossen Kopfbauten farblos brandschutzimprägniert (Burnblock). Die Erschliessung über Laubengänge aus Stahl mit Kaskadentreppen und Brücken schaffen horizontale und vertikale Vernetzung.

Auf dem Areal steht weiterhin die inzwischen erneuerte Zentrale eines Nahwärmeverbundes, an den auch die Geriatrische Klinik, ein grosses Alterszentrum sowie mehrere Mehrfamilienhäuser angeschlossen sind. Befeuert wird sie mit Restholz, das aus den umliegenden Wäldern stammt. Um auch in Spitzenzeiten genug Wärme bereitzustellen ist dieser Nahwärmeverbund mit den Leitungen der Stadtsanktgaller Fernwärme verbunden – wobei der Energieaustausch in beide Richtungen erfolgen kann.

Die Überbauung ist eng in die naturbelassene Umgebung eingebunden und stellt sich nach dem Bezug der letzten Wohnungen im laufenden Frühling der Zertifizierung nach dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS), der ökologische, soziale und wirtschaftliche Kriterien bewertet.

27.2.2026 René Hornung
Pressebüro St.Gallen

 

 


 

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